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Zapfenstreich

Der Zapfenstreich ist eine hauptsächlich militärisch verwendete Bezeichnung für den Beginn der Nachtruhe; der Begriff wird auch als Bezeichnung für ein entsprechendes Ritual sowie für die Begleitmusik zu solch einem Ritual benutzt. Er kann auch als abgekürzte Bezeichnung für den großen Zapfenstreich verwendet werden, eine in der Bundeswehr gepflegten Militärtradition, die heute insbesondere zur Ehrung von Persönlichkeiten und zum Verabschieden (zurückgetretener) Bundespräsidenten vorgenommen wird. Er geht in seiner heutigen Form auf den Großen Zapfenstreich zurück, der zu Ehren des russischen Zaren Nikolaus I. am 12. Mai 1838 in Berlin aufgeführt wurde. Der große Zapfenstreich findet am Abend nach Einsetzen der Dunkelheit statt und bedarf der Mitwirkung von mindestens einer Militärkapelle, zwei Jägerzügen der Infanterie samt Bewaffnung und zwei Reihen fackeltragender Soldaten (Fackeln! In Deutschland! Wie einfühlsam...). Alles in allem um die 400 Mann. Mittlerweile ist die Bedeutung nicht mehr auf das Militärische beschränkt, in diesem Sinne ist der Zapfenstreich mit dem Feierabend verwandt. Ganz offiziell wird diese Bezeichnung auch zum Beispiel beim Straßenfest im baden-württembergischen Backnang verwendet, welches jährlich am letzten Juni-Wochenende stattfindet. Die Abschlusszeremonie am Montag um 23 Uhr wird als Zapfenstreich bezeichnet (und vermutlich nicht nur dort, aber mir fallen keine weiteren Beispiele ein). Während der militärische Zapfenstreich im Englischen durchaus als Tattoo übertragen werden kann, auch wenn es einige Unterschiede gibt, die auf die unterschiedlichen Traditionen zurückgehen, ist diese Bezeichnung für den umgangssprachlichen „Feierabend-Zapfenstreich“ und für das Ende eines Straßenfestes ungeeignet. Ganz zu schweigen vom Spanischen, wo es Ähnliches nicht gibt. Aus diesem Grund ist die Übersetzung dieses Begriffes diffizil und deswegen steht er hier.

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