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Schneid abkaufen, den

Im Laufe des Jahres 2011 kam ein deutscher Politiker, ein gewisser Guido Westerwelle, damals Außenminister und Vorsitzender der FDP, selbstverschuldet in politische Not. Über die konkreten Umstände wollen wir einen gnädigen Schleier des Vergessens ausbreiten. Nur eine Kleinigkeit wäre hervorzuheben: Zu seiner Verteidigung sagte er einen Satz, der ihm offenbar gut gefiel, denn er hat ihn danach oft und in rascher Folge wiederholt: „Ihr werdet mir nicht den Schneid abkaufen!“ In den USA hat sich seit dem Präsidentenwahlkampf zwischen Nixon und Kennedy als Maßstab für die Glaubwürdigkeit eines Politikers die Frage „würden Sie diesem Menschen einen Gebrauchtwagen abkaufen?“ etabliert. Die Sachlage scheint bei Herrn Westerwelle allerdings eine andere zu sein als beim Kandidaten Nixon. Herr Nixon hätte es gerne gesehen, wenn man ihm einen Gebrauchtwagen abgenommen hätte, Herr Westerwelle hingegen scheint entschlossen zu sein, uns seinen Schneid nicht käuflich zu überlassen, egal um welchen Preis. Wobei zunächst zu klären wäre, ob irgendjemand einen von Herrn Westerwelle gebrauchten Schneid überhaupt wünscht, und sei er geschenkt. Diese Frage hat Herr Westerwelle wohlweislich nicht öffentlich gestellt. Dessen ungeachtet oder gerade deswegen stellen sich weiterhin viele Fragen: Was ist ein Schneid? Wie stellt man es an, damit er einem nicht abgekauft wird? Und wie drückt man diesen unglückseligen Sachverhalt in andere Sprachen aus? Ich meine: Ein Außenminister der Bundesrepublik Deutschland sollte von Ausländern, auch von solchen, die des Deutschen nicht mächtig sind, verstanden werden. Oder in diesem Falle vielleicht lieber doch nicht?

Kommentare

 
Am 01.10.2013 um 07:17 von Ludwig Blumenstein
Aber letztendlich haben die Wähler Herrn Westerwelle nun den Schneid abgekauft, oder?
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untrans.eu
Am 01.10.2013 um 07:19 von Jordi
In der Tat, sieht ganz danach aus. Ich frage mich, was die jetzt damit machen.
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