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Putativnotwehrexcess


Nach den tödlichen Schüssen, die gestern ein US-amerikanischer Polizist auf einen 12-jähringen Jungen wegen einer Verwechslung abgefeuert hat, las ich in einem Leserkommentar in der on-line Ausgabe einer großen deutschen Zeitung, wie ein Leser sein Bedauern darüber ausdrückte, dass in allen Ländern der Welt Putativnotwehrexcesse straffrei bleiben, wenn sie von Ordnungshütern begangen werden.

Auf den Inhalt diser Aussage möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, aber das Wort an sich hat es in sich. Auf spanisch ist Notwehr noch einfach: defensa propia. Auf englisch self-defense, auch nicht weiter schwer. Aber Putativnotwehr? Oder Notwehrexcess? Und dann noch beides zusammen: Putativnotwehrexcess. Juradeutsch kann ganz schön heftig sein. So synthetisch!

Erklären könnte ich den Begriff schon, jetzt, wo ich mich im Netz sachkundig gemacht habe, aber die Aufsätze, die sich mit diesem Begriff auseinander setzen möchte ich nicht übersetzen müssen, so aufschlussreich sie auch sind. Immerhin habe ich erfahren, dass putativ auf deutsch auf englisch putative heisst, aber schon auf spanisch bedeutet putativo etwas anderes, engeres; es bezeiht sich nur auf vermeintliche Väter, nicht Täter bzw. Taten.

Es bliebe noch zu klären, wie solche Vorgänge auf englisch und auf spanisch juristisch eingeordnet werden, ob es Gesetze gibt, die einen solchen Vorgang explizit abdecken (wovon ich ausgehe, ohne Jurist zu sein, aber da Putativnotwehr sicherlich vorkommt, müsste geregelt sein, wann sie exzessiv eingesetzt wird) und wenn ja, welche sprachlichen Umwege dafür gebraucht werden. Juristisches spanisch und englisch sind ja auch berüchtigt, das dürfte interessant sein. Demnächst mache ich mich auf die Suche.

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