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Persilschein

Zunächst wäre anzumerken, dass der Begriff Persilschein einen wesentlichen Bedeutungswandel hinter sich hat. Ursprünglich entstammt der Begriff nach Angaben der deutschen Wikipedia dem militärischen Sprachgebrauch. So war es in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg üblich, dass Rekruten einen leeren Karton für die Rücksendung ihrer Zivilkleidung an ihre Familie zur Kaserne mitbringen mussten, wofür wohl oft Kartons mit einem Werbe-Aufdruck des weit verbreiteten Waschmittels Persil verwendet wurden. Im Soldatenjargon wurde so aus dem eigentlichen Gestellungsbefehl der Ausdruck Persilschein. Nach dem 2.Weltkrieg änderte sich die Bedeutung radikal und zwar in zwei Phasen. Zunächst wurde eine amtliche Unbedenklichkeitserklärung volkstümlich Persilschein genannt. Mit einer solchen Erklärung wurde man von den Alliierten, insbesondere von den Amerikanern, des Verdachts der Mittäterschaft bei nationalsozialistischen Gräueln freigesprochen, man wurde politisch „reingewaschen“ (Unbedenklichkeitsschein). Später wurde dieses Reinwaschen erweitert und abstrahiert, einen Persilschein zu besitzen oder zu erhalten, bedeutete demnach eine weitreichende Erlaubnis, einen Freibrief, um einem lukrativen Geschäft oder einem zuvor moralisch oder rechtlich angezweifelten Interesse nachgehen zu können. Nur in Teilen dieser letzteren Bedeutung könnte ein Persilschein ins Spanische mit patente de corso übertragen werden, aber das übersetzt man zurück ins Deutsche mit „Kaperbrief“ (und ins Englische mit Letter of Marque and Reprisal, Französisch Lettre de Course, was zur Wortbildung „Korsar“ führte), was nicht dasselbe wie ein Persilschein ist. Ich meine, sowohl Spanisch wie auch Englisch würden durch den Gebrauch des Begriffes Persilschein gewinnen, sei es in der Form certificado persil (o omo, o dash…) bzw. persil certificate, Procter & Gamble (bzw. Henkel) Certificate oder Laundry Certificate.

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